Männer-
gesangverein

St. Gregorius

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Bericht zum Herbst-Konzert 2013

Eschweiler Nachrichten, 31.10.2013
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Eschweiler Nachrichten, Donnerstag, 31. Oktober 2013

So facettenreich wie der Herbst

Der MGV St. Gregorius Röhe nimmt sein Publikum in der Röher St.-Antonius-Kirche mit auf eine abwechslungsreiche Reise durch die Welt der Chormusik. Von Renaissanceklängen bis zu Gospel

Eschweiler. Fröhlich, beschwingt, wehmütig, mit ruhiger Erhabenheit, aber auch donnernd und (ein ganz klein wenig) weinselig - so facettenreich, wie der Herbst den Menschen oft begegnet, zeigte sich am frühen Sonntagabend der Männergesangsverein „St. Gregorius“ 1861 Eschweiler-Röhe in der vollbesetzten Pfarrkirche St. Antonius während des Herbstkonzerts seinen zahlreichen Zuhörern.

Die „etwas gereiften Jugendlichen“, wie Chorsprecher Dieter Glasener seine Mitstreiter zu Beginn des Konzerts vorstellte, präsentierten unter der Leitung von Chordirektor ADC Helmut Lausberg einen bunten Strauß von Melodien, der keine Wünsche übrig ließ. Und sie erhielten darüber hinaus noch stimmgewaltige Unterstützung: Denn den zweiten Teil des Konzerts gestaltete mit der „Trinity Gospel Company“ unter Leitung von Kantor Gerhard Behrens der Gospelchor der Evangelischen Gemeinde Eschweiler. Die beiden Chöre, die vollkommen unterschiedliche Facetten der Chormusik repräsentieren, ergänzten sich hervorragend und bereiteten den Konzertgästen ein mehr als eineinhalbstündiges Vergnügen.

Der Startschuss der musikalischen Zeitreise, die der MGV „St. Gregorius“ unternahm, führte Sänger und Zuhörer zunächst in die Renaissance. „Eine Zeit, in der Latein die Sprache der Gebildeten war“, betonte Chordirektor Helmut Lausberg, bevor die von Antonio Lotti komponierte Motette „Vere languores nostros“ erklang, in der es heißt „Fürwahr, er trug unsere Krankheiten und lud auf sich unsere Schmerzen.“ Es folgte eines der bekanntesten deutschen Volkslieder, dessen Text im Jahr 1637 von Simon Dach in samländischen Dialekt verfasst, von Johann Gottfried Herder 1778 ins deutsche übersetzt und schließlich 1825 von Friedrich Silcher vertont wurde: „Ännchen von Tharau“. Das romantische Bild einer „Mondnacht“ stimmungsvoll nachzuzeichnen, gelang den Sängern des MGV mit einer glänzenden Interpretation des gleichnamigen Werks von August Pannen, der ein Gedicht von Joseph Freiherr von Eichendorff zu Beginn des 20. Jahrhundert in einem Chorwerk verarbeitete.

Dass Abschiede ganz unterschiedliche Gefühle an das Tageslicht bringen können, wurde in den beiden nächsten Liedern deutlich: Einerseits das beschwingte Volkslied „Jetzt kommen die lustigen Tage“ von Willy Sendt, das den Aufbruch von Wandergesellen thematisiert, andererseits das wehmütige „Innsbruck, ich muss dich lassen“, das von Kaiser Maximilian I. zu Beginn des 16. Jahrhunderts gedichtet worden sein soll und dessen Melodie von Hofkapellmeister Heinrich Isaak stammt.

Auch der Opernwelt widmete sich der MGV „St. Gregorius“ während seines Herbstkonzertes: fröhlich, mit dem Wanderlied „Die Sonn´ erwacht“ aus Carl Maria von Webers Oper „Preciosa“, erhaben mit Konradin Kreuzers „Schon die Abendglocken klangen“ aus dem „Nachtlager von Granada“.

Die Visionen eines weinseligen Zechers auf dem Heimweg vertonte Wilhelm Heinrichs. Auf dem Heimweg glaubt dieser, „tänzelnd vor sich hin, an der Nase noch ein Tröpfchen Gin“, einen „Blauen Mond“ zu sehen. Einen würdigen Abschluss der absolut gelungenen Darbietung des MGV Röhe bildete dann das weltberühmte Werk „Abendfrieden“ von Franz Schubert. Lautstarker und langanhaltender Applaus belohnte die Sänger. Kurz zuvor waren bereits zwei Sänger des Chors für ihre Leistungen geehrt worden: Hans Momma ist seit 60 Jahren fester Bestandteil des MGV´s, Rolf Horbach ist seit einem halben Jahrhundert als Chorsänger aktiv, zunächst für den Sängerbund Merkstein, dann für den MGV „St. Gregorius“.

Einen wunderbaren Kontrapunkt setzte dann die „Trinity Gospel Company“, die mit „Praise ye the lord“ zunächst ein Loblied anstimmte, dann mit „Teach us your way“ darum bat, den richtigen Weg gezeigt zu bekommen, um wenig später „Down by the Riverside“ auf ganz individuelle Art zu interpretieren und das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes zu bewegen. Nach „Shine your light on me“ folgte zum krönenden Abschluss die musikalische Vereinigung beider Chöre: „Der Mond ist aufgegangen“. Und die Zeit geradezu verflogen!

(ran)



Präsentierten sich mindestens so facettenreich wie der Herbst selber: die Sänger des MGV „St. Gregorius“ Eschweiler-Röhe während ihres Herbstkonzerts in der Pfarrkirche St. Antonius.
Foto: Andreas Röchter

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Weitere Impressionen vom Konzert

Rolf Horbach wird für 50 Jahre Sängertätigkeit geehrt.
 

Dieter Glasener zeichnet Hans Momma für 60 Jahre Zugehörigkeit zum MGV St. Gregorius aus.
 


 

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